Inspiration Wir sind doch alle krank!

„Mehr als 40% der deutschen Bevölkerung erleben mindestens einmal im Leben eine behandlungsbedürftige psychische Störung.“

Lass deinen Blick im nächsten Teammeeting doch einmal über deine Kolleg:innen schweifen:
statistisch durchlebt fast die Hälfte von ihnen (auch du!) in ihrem Leben eine psychische Störung, die so ausgeprägt ist, dass sie behandelt werden muss.

Wir wollen und können das für uns nicht einfach so akzeptieren. Aber was können wir tun?
Nun, wir haben bei SAPERED einige Maßnahmen getroffen, über die wir euch gerne berichten. In diesem Blogpost mache ich, Mara, den Anfang.

Work-Life-Health-Balance am Arbeitsplatz

Der Großteil von uns hat mindestens einmal im Leben einen Ersthelferkurs gemacht: spätestens zur Führerscheinprüfung oder im Rahmen des betrieblichen Ersthelfers. Auch, wenn das meistens schon etwas länger her ist, ist die stabile Seitenlage bekannt. Wir wissen, was ein Druckverband ist, haben Grundkenntnisse in Sachen Mund-zu-Mund-Beatmung und kennen alle die 112.

Aber was machen wir, wenn die Kolleg:innen eine Panikattacke haben? Oder ein Familienmitglied suizidale Gedanken teilt? Woran erkennen wir eine Depression? Wir alle haben schon von Burn-Out gehört, aber was ist das eigentlich und wie können wir Betroffenen helfen?

Die MHFA (Anbieter für Ersthelferkurse im Bereich der psychischen Gesundheitsstörung) gibt Antwort:

Am Anfang steht die Überforderung. Themen, die unsere mentale Gesundheit betreffen, sind mit einem Stigma belastet und werden kaum öffentlich besprochen. Im allgemeinen Ersthelferkurs wird das Thema „psychische Gesundheitsstörung“ angekratzt oder gar nicht erst thematisiert. Es steht nicht auf dem „Lehrplan“.

Aber wie sollen wir dann wissen, wie wir helfen können? Wie können wir Symptome erkennen? Und wie können wir diese dämliche Stigmatisierung überwinden? Ein Ersthelferkurs, der sich nur mit diesen Themen auseinandersetzt, ist auf jeden Fall ein super Anfang!


Erste Hilfe bei psychischen Problemen

Das „Mental Health First Aid“ Programm wurde im Jahr 2000 in Australien gegründet und ist mittlerweile in über 26 Nationen vertreten. Deutschland ist übrigens erst seit 2018 mit dabei: Die MHFA ist einer der wenigen Anbieter, die sich dem Thema Erste Hilfe bei psychischen Gesundheitsstörungen überhaupt widmen.

In insgesamt sechs Modulen, wird in jeweils zwei Stunden das Basiswissen zu unterschiedlichen psychischen Gesundheitsstörungen wie zum Beispiel Depression, Suizid, Psychosen oder Substanzmissbrauch von ausgebildeten Psycholog:innen vermittelt und besprochen. Zu jedem Modul gibt es praxisnahe Übungen und Rollenspiele, die das Erkennen und Anwenden von Erste-Hilfe-Maßnahmen bei sich entwickelnden psychischen Gesundheitsproblemen und bei akuten psychischen Krisen verfestigen.

Ich habe diesen Kurs kürzlich belegt und mein Wissen über psychische Gesundheit enorm gesteigert. Ich habe gelernt, ganz anders auf mich und andere zu achten und Warnsignale wahrzunehmen und zu thematisieren. Die praktischen Anwendungen im Kurs haben mir Sicherheit in meine Helferkompetenzen geben und mir deutlich gemacht: Lasst uns endlich über unsere (psychische) Gesundheit sprechen. Wir können damit Leben retten.


Main Takeaways

  • Wir empfehlen euch allen den Erste-Hilfe-Kurs der MHFA
  • Ein offener Umgang mit psychischer Gesundheit ist der erste Schritt zur Besserung
  • Achtet auf euch und die Menschen in eurem Umfeld <3