Inspiration Let’s talk about stress!

Im Englischen würde man sagen: Practice what you preach!
Die deutschen Übersetzungen klingen allesamt etwas sperrig, weshalb wir es hier gar nicht erst versuchen. Ihr habt verstanden, worum es geht.

Vor ein paar Wochen hat uns Martin besucht und uns gezeigt, wie wir unsere Mobilität am Arbeitsplatz steigern können. Den entsprechenden Post könnt ihr hier nachlesen.

Damals haben wir gesagt, dass wir kontinuierlich auch an uns selbst arbeiten (wortwörtlich!) und nicht nur an Kundenprojekten. Und genau aus diesem Grund hat unsere liebe Kollegin Mara kürzlich an einem Stresspräventionsworkshop teilgenommen. Ihre Erfahrungen und Learnings teilt sie nicht nur mit uns, sondern gerne auch mit euch:



Es ist Samstagmittag im Oktober, die Sonne wärmt die Luft auf 20 Grad und es ist keine einzige Wolke in Sicht. Klingt nach Spaziergang im Park, gerne auch einem Kaltgetränk in der Sonne.

Ausnahmsweise heute nicht für mich. Ich habe mir seit Monaten vorgenommen, mich mehr um mich selbst zu kümmern. Ich wollte täglich meditieren, meine Yoga-Praxis verbessern, viele Bücher lesen, Fahrrad fahren, schwimmen und vieles mehr. Irgendwie kam immer etwas dazwischen oder das Netflix-Angebot war dann doch einfach zu verführerisch. Oft war ich auch überfordert mit dem, was ich vermeintlich machen muss, um mich zu entspannen. Mit der Konsequenz, dass ich nichts von alledem überhaupt angegangen bin.

Bei der letzten Yogastunde in einem meiner Lieblingsstudios in Köln habe ich dann den Aushang „Let’s talk about stress“ gesehen. Die Workshopbeschreibung passte genau zu dem, was ich machen wollte: Mich meinem Stress widmen.

Und da war ich nun. Draußen schien die Sonne und wir saßen drinnen im gemütlichen Yogastudio. Um vier Stunden am Samstag und nochmals geschlagene sechs Stunden am Sonntag mit Fremden über Stress zu reden. Was soll ich sagen? Es war wundervoll!

Wie lief der Workshop ab?
Zum Start haben wir sechs Teilnehmer:innen uns erst einmal anhand unseres Schlüsselbunds vorgestellt. Bei der Erklärung, welchen Schlüssel ich wozu nutze, habe ich direkt viel von mir und meinem Alltag preisgegeben. Das war ok, weil wir das alle gemacht haben.

Die nächsten zwei Tage waren dann gefüllt mit einer guten Mischung aus Theorie, praktischen Übungen zur Entspannung, verschiedener Yoga-Einheiten und ganz viel Tee.

Wir haben uns damit auseinandergesetzt, was Stress überhaupt ist und wie er sich auf den Körper auswirken kann. In der Runde haben wir uns untereinander ausgetauscht, wie unsere persönlichen psychischen und physiologischen Reaktionen aussehen und Entspannungsziele gesetzt, die wir verfolgen wollen.

Auch ich habe mir ein Ziel formuliert: Jeden Abend mindestens zehn Seiten lesen. Die Neue Narrative, einen Roman oder das Telefonbuch – ganz egal. Aber was passiert, wenn mir etwas „dazwischenkommt“? Was ist, wenn ich spontan mit Freunden auf ein Feierabendbier ans Büdchen gehe oder das Netflix Angebot doch wieder eine unüberwindbare Verführung darstellt?

Ganz ehrlich? Zehn Seiten sind dann immer noch drin! Ich stecke mir meine Ziele erst klein, um eine Routine zu schaffen, die ich in meinen Alltag integriere.

Was habe ich – neben einigen Zielen – sonst noch aus dem Stresspräventionswochenende für mich und den Job mitgenommen?

  • Es gibt Situationen, in denen fühle ich mich einfach überfordert. Auch, wenn es banal klingt: Die Bestätigung, dass ich mit diesem Gefühl nicht allein bin, hat mir positive Energie für meinen Berufsalltag gegeben.
  • Ich schätze uns als Unternehmen sehr offen ein. Wir sprechen über viele Dinge und schaffen dafür bewusst Räume. Das allein reicht aber nicht. Ich werde in Zukunft noch deutlicher mit meinen Kolleg:innen darüber sprechen, wie ich mich fühle und was mich beschäftigt. Die Lösungen für meine Probleme finde ich nämlich nicht allein, sondern im Team.
  • Die „Progressive Muskelentspannung“ oder auch kurz „PME“ ist ein Entspannungsverfahren, das ich durch das Wochenende wieder neu für mich entdeckt habe und bei nächster Gelegenheit mit dem Team durchführen werde. (1)
  • Und zum Schluss: Der nächste interne SAPERED-Workshop ist bereits in Planung und ein paar der gelernten Themen werde ich für unser Team aufbereiten und teilen. Ich bin gespannt, welche Takeaways wir als Team daraus generieren.

(1) Was ist dieses PME?
Beim PME werden nacheinander die einzelnen Muskelpartien in einer bestimmten Reihenfolge zunächst angespannt und diese Muskelspannung kurz gehalten. Anschließend wird die Spannung gelöst. Das Verfahren lässt sich in unterschiedlichen Längen durchführen. Beispielsweise in der kurzen Variante über große Muskelpartien wie Hände, Arme, Beine usw. oder in der längeren Variante über einzelne kleinere Muskelpartien angefangen beim kleinen Finger und endend beim kleinen Zeh.

Gerne vergeben wir ein paar Credits:
Wo hat der Kurs stattgefunden?
> https://komjun.de/

Wer hat den Kurs durchgeführt?
> Marc Böhme https://bergauf-ws.de/
> Mirka Baaden https://mirkarma-yoga.de/