Gami­fi­ca­ti­on: spie­lend leicht zum Erfolg

Beispiele für Gamification finden sich aufgrund der steigenden Beliebtheit dieses Ansatzes inzwischen in vielen Unternehmen.

Spie­len, Spaß haben und dabei auch noch etwas ler­nen – klingt wie eine uto­pi­sche Vor­stel­lung, ist aber Rea­li­tät! Mit Gami­fi­ca­ti­on wer­den die klas­si­schen Ele­men­te von Spie­len aus dem Unter­hal­tungs­be­reich mit Lern­in­hal­ten oder ande­rem Con­tent kom­bi­niert. Die Gami­fi­zie­rung von Inhal­ten ver­än­dert Ver­hal­tens­wei­sen von Kund:innen und Mitarbeiter:innen auf posi­ti­ve Wei­se.

Oktober 06, 2022 Jeannine Lade-Berns 5 min

Was ist Gami­fi­ca­ti­on?

Der Defi­ni­ti­on nach ist Gami­fi­ca­ti­on die Über­tra­gung spiel­ty­pi­scher Ele­men­te, z.B. von Rang­lis­ten, Beloh­nun­gen, Erfah­rungs­punk­ten oder High­scores, in neue Umge­bun­gen und Zusam­men­hän­ge. Der Begriff lei­tet sich vom eng­li­schen game“ ab. Im deut­schen Sprach­ge­brauch ver­wen­det man häu­fig die Aus­drü­cke Gami­fi­zie­rung“ oder Spie­li­f­i­zie­rung“. Im beruf­li­chen Umfeld gibt es diver­se Ein­satz­ge­bie­te:

  • Mar­ke­ting: Web­sites oder Apps, um spie­le­risch neue Kun­den zu gewin­nen
  • Recrui­t­ing: Test bestimm­ter Fähig­kei­ten oder Qua­li­fi­ka­ti­on
  • Mit­ar­beiter­fort­bil­dung: Ver­bes­se­rung von Lern­ef­fek­ten durch spie­le­ri­sche Ele­men­te
  • Qua­li­täts­ma­nage­ment: Ver­bes­se­rung der Daten­qua­li­tät
  • Ver­trieb: gestei­ger­te Moti­va­ti­on über digi­ta­le Ver­gü­tungs­mo­del­le oder High­scores
  • Gesund­heits­ma­nage­ment: Moti­va­ti­ons­stei­ge­rung durch Rang­lis­ten, Fort­schritts­bal­ken oder Beloh­nun­gen

Zie­le der Gami­fi­zie­rung sind Ver­hal­tens­än­de­run­gen, die sich unter ande­rem in der Stei­ge­rung der Moti­va­ti­on von Mit­ar­bei­ten­den oder Kund:innen, der Ver­bes­se­rung von Lern­er­fol­gen, einer erhöh­ten Kun­den­bin­dung oder einem ver­bes­ser­ten ROI wider­spie­geln. Beson­ders häu­fig tritt Gami­fi­ca­ti­on in Form von E-Lear­ning oder Lern­spie­len auf.

Wie funk­tio­niert Gami­fi­ca­ti­on?

Vie­le Men­schen haben eine Affi­ni­tät zu Spie­len oder spie­le­ri­schen Ele­men­ten. Die­se Ele­men­te die­nen im Rah­men der Gami­fi­ca­ti­on als Moti­va­tor, bestimm­te Zie­le zu errei­chen oder Auf­ga­ben zu erfül­len. Rich­tig ein­ge­setzt löst Gami­fi­ca­ti­on die intrinsi­sche Moti­va­ti­on der Spieler:innen aus, die sie dazu antreibt, Zie­le von sich aus und nicht auf Basis von Beloh­nun­gen errei­chen zu wol­len. Um die Moti­va­ti­on über einen län­ge­ren Zeit­raum auf­recht­zu­er­hal­ten, sind Enga­ge­ment Loo­ps ent­schei­dend. Die­se trei­ben Spieler:innen durch Feed­back an und erhö­hen damit das Enga­ge­ment.

Ein wei­te­res wich­ti­ges Ele­ment ist der soge­nann­te Flow. Mit die­sem Begriff bezeich­net man einen Zustand, in dem eine Per­son voll­kom­men in ihrer Auf­ga­be auf­geht und die gesam­te Auf­merk­sam­keit auf sie fokus­siert. Im Flow löst man Auf­ga­ben hoch kon­zen­triert und ver­gisst dabei voll­kom­men die eige­ne Umwelt. Daher las­sen sich im Flow-Zustand gro­ße Lern­fort­schrit­te und -erfol­ge erzie­len. Durch Gami­fi­ca­ti­on errei­chen Per­so­nen die­sen Zustand leich­ter.

Wie gelingt Gami­fi­ca­ti­on?

Um das vol­le Poten­zi­al von Gami­fi­ca­ti­on aus­zu­schöp­fen, sind ein paar Vor­aus­set­zun­gen nötig. Erfah­rungs­ge­mäß funk­tio­niert das Game-based lear­ning mit den fol­gen­den Grund­la­gen am bes­ten:

  • Defi­ni­ti­on kla­rer Zie­le und Regeln
  • Echt­zeit-Feed­back, z.B. über Rang­lis­ten, Fort­schritts­bal­ken oder Levels
  • Frei­wil­lig­keit der Teil­nah­me, um intrinsi­sche Moti­va­ti­on aus­zu­lö­sen
  • Bereit­stel­lung trans­pa­ren­ter Infor­ma­tio­nen: Wie muss ich etwas machen? War­um bin ich dar­an geschei­tert?
  • Ange­mes­se­ne Schwie­rig­keit der Her­aus­for­de­run­gen
Gamification ist ein Tool des Neuromarketings und erhöht die Motivation der Spielenden

Die wich­tigs­ten Ele­men­te von Gami­fi­ca­ti­on

Jedes Spiel hat eine Rei­he defi­nie­ren­der Ele­men­te, die es aus­ma­chen. Gleich­zei­tig hat aber auch das Gen­re Spiel selbst Bestand­tei­le, die gege­ben sein müs­sen, damit es als Spiel gilt. Dazu gehö­ren:


Sys­te­ma­ti­sches Beloh­nungs­sys­tem

Zen­tral für die Gami­fi­ca­ti­on ist nicht die Beloh­nung, son­dern die dar­aus resul­tie­ren­de Moti­va­ti­on. Das Beloh­nungs­sys­tem soll­te Spie­len­de daher durch Ele­men­te wie Tokens, Ster­ne, Achie­ve­ments oder das Errei­chen bestimm­ter Level dazu antrei­ben, Fort­schrit­te zu machen.


Live-Feed­back

Feed­back ist ein wich­ti­ges Ele­ment für eine lang­fris­ti­ge und nach­hal­ti­ge Moti­va­ti­on. Über Fort­schritts­an­zei­gen, bspw. in Form von Levels, kön­nen Spieler:innen ihren Erfolg visu­ell nach­voll­zie­hen. Zen­tral ist hier auch die Erkennt­nis, dass Fort­schrit­te nur dann pas­sie­ren, wenn die Spieler:innen aktiv sind und regel­mä­ßig spie­len.


Moti­vie­ren­der Wett­be­werb

Wett­be­werb und Kon­kur­renz moti­vie­ren im Leben und im Spiel glei­cher­ma­ßen. Zudem weckt die­se Form von Ver­gleich Emo­tio­nen. Rang­lis­ten, bei denen Spieler:innen ihre High­scores ver­glei­chen kön­nen, sind hier­bei ein gern genutz­tes Mit­tel. Ein mög­li­ches Ele­ment, das gera­de bei sehr lang­fris­ti­gen Wett­be­wer­ben sinn­voll ist, ist ein Ligen-Sys­tem. Die­ses hält die Moti­va­ti­on lang­fris­tig auf­recht und ermög­licht Spieler:innen des­sel­ben oder eines ähn­li­chen Niveaus, sich zu mes­sen.


Fes­seln­de Hero’s Jour­ney

Beson­ders fes­seln­de Spie­le haben häu­fig eins gemein­sam: Eine span­nen­de und ein­neh­men­de Hel­den­ge­schich­te. Held:innen und Hel­den müs­sen Her­aus­for­de­run­gen anneh­men, Hin­der­nis­se über­win­den und Stol­per­fal­len ver­mei­den, um am Ende als glorreiche:r Sieger:in her­vor­zu­ge­hen. Eine Gami­fi­ca­ti­on, die nach die­sem Mus­ter struk­tu­riert ist, weckt Emo­tio­nen und spornt Spieler:innen dazu an, ihr Bes­tes zu geben.

Die­se Unter­neh­men set­zen Gami­fi­ca­ti­on bereits ein

In der heu­ti­gen Zeit ist es ein­fach, prak­ti­sche Anwen­dungs­bei­spie­le für Gami­fi­ca­ti­on zu fin­den: Vie­le renom­mier­te Unter­neh­men nut­zen Gami­fi­ca­ti­on für Mit­ar­bei­ten­de oder Kund:innen und erzie­len damit Erfol­ge. Span­nen­de Bei­spie­le für Gami­fi­ca­ti­on in Unter­neh­men sind:

  • Deut­sche Bahn: Mit gami­fi­zier­ten Lern­pro­gram­men für Mit­ar­bei­ten­de bie­tet die DB im Onboar­ding und in der Wei­ter­bil­dung viel­fäl­ti­ge, vir­tu­el­le Mög­lich­kei­ten.
  • Star­bucks: Mit der Reward-App belohnt das Unter­neh­men treue Kund:innen mit Gut­schei­nen, exklu­si­ven Ange­bo­ten und bie­tet ihnen die Mög­lich­keit, sich kos­ten­freie Geträn­ke zu ver­die­nen.
  • Red­dit: Sozia­le Platt­for­men wie Red­dit sind auf das Enga­ge­ment ihrer Nut­zer ange­wie­sen. Durch Up-Votes von Bei­trä­gen erhal­ten Nutzer:innen einen Anreiz, aktiv zu blei­ben und sich an der Com­mu­ni­ty zu betei­li­gen.

Wir brin­gen dich ins Spiel!

Mit unse­ren Lösun­gen für Gami­fi­ca­ti­on bringst du Spaß in den Arbeits­all­tag und moti­vierst Mitarbeiter:innen wie Kund:innen, mehr mit dei­nem Unter­neh­men zu inter­agie­ren.

Fazit

Die Gami­fi­ca­ti­on in Unter­neh­men ist auf dem Vor­marsch. Immer mehr Orga­ni­sa­tio­nen nut­zen spie­le­ri­sche Ele­men­te, um Mitarbeiter:innen oder Kund:innen zu moti­vie­ren und das Enga­ge­ment zu erhö­hen. Die Imple­men­tie­rung eini­ger Vor­aus­set­zun­gen ist der Grund­stein für eine erfolg­rei­che Gami­fi­zie­rung. Hin­sicht­lich der Moti­va­ti­on, der Kun­den­zu­frie­den­heit oder der Mit­ar­bei­ter­bin­dung las­sen sich mit einer Gami­fi­ca­ti­on signi­fi­kan­te Erfol­ge erzie­len, wie zahl­rei­che Anwen­dungs­bei­spie­le zei­gen.

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